Über mich

Kunst war immer schon mein Lieblingsfach. Doch sicher hätte ich das Malen und Zeichnen ganz schnell wieder aufgegeben, wäre nicht mein Lehrer Clemens Schletterer gewesen. Der Kunstmaler und Kunstpädagoge am Gymnasium in Rothenburg ob der Tauber ermutigte mich, meine eigene Ausdrucksform zu entwickeln. Ich sollte mich nicht weiter um die Meinungen der Klasse kümmern, sondern einfach wieder meinen Instinkten folgen. In den Jahren seines Unterrichts genoss ich die Freiheit, mich künstlerisch zu üben. Leider starb dieser wunderbare Lehrer viel zu früh.

Ich wechselte nach erfolgreicher Aufnahmeprüfung in den Gestaltungsbereich der FOS Würzburg. Der Bildhauer Herbert Spielmann brachte uns seine Kunst näher und wir trainierten vom Gipsschnitt bis zur Skulptur seine Techniken. Den letzten Schliff in Sachen Zeichnen, Malen und Darstellen gab uns der Maler, Graphiker und Kunsterzieher Josef Scheuplein. Sein Frontalunterricht war nicht sehr beliebt, aber ungemein lehrreich. Mich begeisterten seine 12 Würzburg-Ansichten, deren Reproduktionen in einem Aschaffenburger Verlag erschienen. Ich liebte aber auch die Bleistift-Zeichnungen von Horst Rosemann, der die Schönheiten meiner Geburtsstadt Rothenburg so einzigartig ins Licht rückte.

Trotzdem konnte mich die „realistische Darstellung“ nicht wirklich inspirieren. Während meines Architekturstudiums übte ich mich dann bereits im Abstrahieren. Und einige Jahre später, während eines Praktikums in einer Werbeagentur, begann ich mit Siebdruckfarben zu arbeiten und versuchte unterschiedlichste Farben und Lacke zu kombinieren. Ich entwickelte eine eigene Technik nicht nur Farben, Glanz und Mattes zu kombinieren, es entstanden auch die ersten fühlbaren Strukturen, die den Bildern ihre Tiefe geben. Den Anfang machte meine Bildserie: Hope.

Heute sind meine Bilder, die man zum größten Teil als Collagen bezeichnen könnte, geprägt von Strukturen und einem ungewöhnlichen Material-Mix. Ich verwende Schrauben, Schläuche, Kabel oder auch CDs – doch all diese Materialien sind vordergründig nicht auf Anhieb erkennbar. Sie gestalten Strukturen zu Bildhöhepunkten. Es sind die Schichten von Farbe und die kräftigen Töne, die den großformatigen Werken eine besondere Tiefe verleihen.

Trotz aller Abstraktion sind meine Bilder auch gegenständlich. Das macht vielen den Zugang einfach. Es gibt eigentlich nur zwei Meinungen dazu: Entweder man mag sie – oder man mag sie eben nicht.

Auf die Idee meine Bilder blinden Menschen zu zeigen, kam ich während einer Ausstellung in Erding. Da bat mich ein blinder junger Mann meine Bilder ertasten zu dürfen. Er tastete mit beiden Händen und erspürte den Ursprungspunkt / Höhepunkt jedes Bildes. Heute schütze ich meine Bilder mit einer besonderen Firniss und lade explizit Blinde ein, mit mir eine Ausstellung zu erleben.